Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschlands

Eine Auswahl jagdlicher Ereignisse und Naturereignisse 
aus Niedersachsen und dem Emsland.

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1530    Wiedehopf und Wachtel sind in Ostfriesland noch häufig.
        - Ostfrieslands Frauen tragen Pelze von einheimischen Fischottern.
        - von Juist werden Kaninchen erwähnt.
1550    Im Harz werden alljährlich etwa 300 Haselhühner erlegt.
1556    In der Gemarkung Uffeln, Grafsch. Lingen,richtet der Kalkofenbetrieb erheblichen  Schaden in den Landesherrlichen Forsten an.
1557    Im Oktober blühen die Bäume und Sträucher zum zweiten mal.
1583    Osnabrück verbrennt innerhalb von 3 Monaten 12 Hexen.
1586    Sehr milder Winter mit Baumblüte im Januar/Februar.
17.Jahrh.       Der Schinkelberg bei Osnabrück ist bis zum 30jährigen Krieg mit Eichenwald bestanden, in dem Rotwild gejagt wird.
        - Im Sollingwalde werden rd. 15000 Schweine gemästet.
1601    -Herzog Heinrich Julius von Braunschweig erläßt ein Schonzeitgesetz für Hasen.
1606    -Fasanen werden vom Grafen Günther in Oldenburg eingeführt.
1621    -Hundert in den Sumpfgebieten der Ohe bei Lorup (Hümmling) gefangene 
        Fischreiher werden an den Rhein verfrachtet.
1622    - Wolfsplage um Osnabrück
1636/37 -Wölfe aus dem Deister umkreisen in jeder Winternacht die Schaumburgisches Dörfer
1646-47 -Bei den Bauernnöten des 30jährigen Krieges hat sich das Wild im Hümmling derartig vermehrt, daß Bewohner von Börger und Werpeloh, den endlosen Rudeln von Rot-         und Schwarzwild weichend, ihre Felder preisgeben. Nach Werpeloh hin wollte keine        Frau mehr heiraten.
1848    -im Bereich des Jägerhofes Celle erlegt man 186 Wölfe
1650    - Im Süll zwischen Celle und Uelzen wird der letzte Bär des niedersächsischen Tieflandes erlegt.
        - In der Görde beginnt die Zeit der großen Rotwildjagden.
1656    - Am Brocken werden noch Bären beobachtet.
1657    - Fürst Enno Ludwig jagd im Frühsommer auf Borkum Kaninchen.
1658    - Bei Celle wird ein Luchs erlegt.
1659    - Die überhandnehmenden Wölfe des Sollings brechen in Stadtoldendorfs Häuser ein.
1666    - eine pestähnliche Krankheit tritt  in Meppen auf und rafft die Bewohner Spahns (Hümmling) bis auf acht Personen dahin.
- Eine Treibjagd im Winzenburger Forst  liefert 13 und im Sackwalde 6 Wölfe.
1678    - Herzog Johann Friedrich richtet zur Zucht und Hege von Hochwild bei Hannover den 350 Morgen großen "Landesherrlichen Wildgarten", den heutigen Tiergarten, ein und bestzt ihn im Jahre darauf mit Damwild; unter den aus dem Mittelmeeraume eingeführten 120 Stück    befinden sich einige weiße Stücke.
-Herzog Georg Wilhelm beteiligt sich an einer Kaninchenjagd auf Spiekeroog.
1680    - Große Rattenplage im Osnabrückschen sowie in den Grafschaften Ravensberg, Tecklenburg und Lingen.
1681    - 9. November: Herzog Georg Wilhelm schenkt aus seinen Fasanerien dem dänischen         König Christian Fasanen.
1685    25 April: In Celle ergeht eine kurfürstliche Verfügung zur Eulenvernichtung; Für Ablieferer  von je einem Paar Fänge gibt es 4-6 Mgr.
nach 1686: Durch Hege wächst der Wildbestand des Elms stark an; eine herzogliche
 Jagd streckt um 1700 bei Gr. Rhode 196 Sauen, 8 Wölfe, 43 Rehe, 9 Hasen und 13 Füchse.
1696    8.Mai Ein Erlaß Ernst Augusts spricht von ausgesetzten Fasanen im Churfürstentum        Hannover.
        - In der Unterweser soll ein Schwertfisch gefangen worden sein.
1699    - Die Kaninchenjagd auf Juist und auf Borkum wird für je 40 Reichstaler verpachtet.
18. Jahrh.:     Im Osnabrückschen werden mir Hunden hin und wieder auf Kalkboden Trüffeln gesucht       und gefunden.
        - Die Bauern sind überwiegend leibeigen.
-Jeden Februar finden im Emslande bis zur Jahrhundertwende große allgemeine Wolfsjagden statt.
- Holzmindens Gesinde beklagt sich bitter beim Landesherren, daß es wöchentlich fünfmal Lachs als Abendessen erhält.
- Zigeuner und Scherenschleifer treiben auf dem Hümmlinge ihr Unwesen, so daß Einzelhöfe verlassen werden und viele Dörfer sich mit Schutzwällen aus Baumstubben umgeben müssen.
1704    Eine welfische Anordnung stellt den in freier Wildbahn lebenden Höckerschwan durch Strafandrohung von 50 Reichstalern unter Schutz.
1717    4. Januar : 4 wagen und 8 Pferde sind erforderlich, um die Wolfsstrecke einer an diesem Tage im Lüss gehaltenen Wolfsjagd fortzufahren.
1. September : Orkanartiger Sturm schädigt die Wälder und Orte des südlichen Emslandes.
1719    vom 26.Mai bis 1. Oktober fällt im Osnabrückschen kein Tropfen Regen.
1720    Kiefern sind im südlichen Emsland und im Bersenbrückschen noch völlig unbekannt. Ein Fürstenauer Bürgermeister brint Kiefernsämlinge als fremde Seltenheit von einer Reise mit heim.
        - Zigeuner dürfen das Fürstentum Osnabrück nicht mehr betreten.
- Eine Verordnung sucht vergeblich das Moorbrennen im Emsland zu verhindern; der Bauer brennt doch und zahlt lieber Strafe.
1725    Der letzte niedersächsische Bär fällt in den Wäldern am nördlichen Harzrand.
um 1737 Der Kurfürst Clemens August betreibt auf dem Hümmling mit Vorliebe die Reiherbeize.
1740    Die Reiherkolonie in der Hohen Eite von Listrup bei Emsbüren zählt über 200 Horste; 1955 nur noch 25.
1744    Friedrich der Große befiehlt allen preußischen Gebietsteilen Westfalens nachdrückliche Spatzenbekämpfung.
1748    Friedrich d. Gr. befiehlt den Anbau von Kiefern in der Niedergrafschaft. Lingen; 30 Pfund Samen werden deshalb von auswärts eingeführt.

18.Jahrh. Mitte: Die ganze männliche Bevölkerung des Amtes Meppen wird 
alljährlich als Treiber bei den fürstlichen Jagden im Hümmling aufgeboten. Der Kessel, deren Mittelpunkt das ehemalige Dorf Wahn ist, hat über 40 Km Durchmesser und liefert immer gewaltige Strecken.
- Im westlichen Harzvorland ( Amt Brunstein) kommen Auerwild und Damwild vor.
- Die noch im 30jährigen Krieg sehr empfindlich vorkommende Wolfsplage ist durch große gemeinsame Jagden, zu denen jeweils mehrere Ämter  aufgeboten wurden, stark eingedämmt.
        - Der früher in Niedersachsen häufige Biber ist selten geworden.
        - Die graue Wanderratte beginnt ihr Vordringen in Niedersachsen.
1750    Fichtenwald ist im Solling noch ganz unbekannt. Eichen- und Buchenbestände beherrschen das Waldbild.
1752    Zwischen Steinhuder Meer und Aller nehmen 300 Jäger aus vier Ämtern an einer Wolfsjagd  teil.
1760    Zwanzig Hamburger Schiffe bringen 45 000 Robbenfelle ins Land.
- Die Grafschaft Bentheim ergreift Maßnahmen gegen die überaus lästige Spatzenplage.
1763    27.April : In Lingen wird durch die Behörden bis zum 20. Mai 1788 immer wieder unter Strafandrohung zur Spatzenbekämpfung angehalten.
1769    Alljährlich fängt ein Falkenfänger am Hymensee bei Debstedt unweit Bremerhavens 6-8 "edle Jagdfalken" und verkauft sie nach Frankreich.
1776    Einer der letzten Wölfe Ostfrieslands wird von Harm Claßen aus Coldinne erlegt.
1780    Im Deister sind Rudel von 30-50 Rotwild nicht selten; Wolf, Luchs und Wildkatze kommen ebenfalls vor.
- Der Lachs steigt in der Hase im allgemeinen noch bis Quakenbrück auf; 1764 jedoch erreichte er ausnahmnsweise Osnabrück.
1787    Auerhahn und Trappe kommen noch in der Grft. Lingen vor, sie sind aber "rar", Wölfe fehlen.
1789    Die Wälder um Osnabrück sind stark zurückgegangen; Bauholz ist selten; es fehlen auch Rot- und Rehwild.
 


19. Jahrhundert Der Mischwald unseres Klimas wird von der Wirtschaft ausgebeutet, 
sie beseitugt große Teile und macht aus dem Rest geometriscg geordnete Balkenplantage. Die aus Nadelholz bestehenden , unterholzarmen Forsten mit schematischen Kahlschlag verändern und versauern den Boden derart, daß er meist für eine andere waödbauliche Nutzung nicht mehr geeignet ist.
- Massen von Wein-, Sing- und Wachholderdrosseln fallen alljährlich auf dem Zuge im Harz, Hümmling und im Emslande dem "Dohnenstieg" zum Opfer.
- Über die Lingener Emsbrücke wandern in jedem Frühling mehr als 25000 "Hollandgänger" aus Hannover und Westfalen gegen Westen.
Um 1800 im Amte Lauenstein erlegt ein Jagdpächeter noch 99 Stück Rotwild in einem
         Jahre.
        - im gesamten Emslande ist kaum noch Wald vorhanden.
1805    Der Kolkrabe ist anscheined noch häufig, denn er wird bei dem Insektenfraß in den Forsten der Ämter Winsen und Burgwedel sowie des Amtes Diepholz als wirksamster Schädlingsbekämpfer bezeichnet.
1809    König Jerome überführt eine Anzahl Deisterrotwild in den Wald von St. Germain westlich von Paris.
1813    Als Folge drückender jagdgesetzte zu Napoleons Zeiten vernichtet man nach seinem Sturze um Sögel in einer Woche das Rotwild restlos.
1817    "Trüffeljäger und Trüffelhunde sind eine merkwürdigkeit" des Osnabrücker Landes.
1818    Der reitende Förster Spellerberg aus Lautental erlegt am Teufelsberge des westlichen Harzrandes den letzten Luchs des Harzes.
1820    Der Hering ist an unserer Wattküste so häufig, daß man mit dem überreichen Segen die Felder düngt.
        -Die Regulierung der Ems beginnt.
1824    Die Haubenlerche tritt erstmalig im Oldenburgischen auf; zunächst noch sehr vereinzelnt, 1853 jedoch schon sehr zahlreich.
1830    In Bremen finden allsonntaglich noch blutige Hahnenkämpfe statt.
-Rückkehrende "Hollandgänger" bringen Cholera und Blattern ins Emsland.
-Die graue Wanderratte erreicht auf ihren Vormarsch Lüneburg und Bremen.
1836    Die Leibeigenschaft wird aufgehoben; der Bauer kann wieder frei auf seinen eigenen Boden wirken.
um 1840 Im Osnanbrückschen ist die Blauracke noch häufig.
        -Bei Schmarbeck (Lünenburger Heide) horstet noch der Schreiadler.
1842    Im Ottenser Revier (heute zum Forstamt Haste gehörig) ist ein Drittel des Rehwildbestandes schwarz.
        Die Hase ist bis Hölze (zw. Haselünne und Löningen) schiffbar.
19.Jahrh.Mitte Im Hannoverlande scheinen Wildkaninchen selten zu sein, wogegen
         sie auf den 
ostfriesischen Inseln massenhaft auftreten, so daß ihre Vernichtung 1869 regierungsseitig mit Erfolg angeordnet wird.
1850    In der Unterweser ist der Fang oft riesiger Störe noch von Bedeutung.
-Um den der landwirstschaft schädlichen großen Trappenbestand in der Magdeburger Gegend kurz zu halten, bekommen die Kinder alljährlich zur Brutzeit schulfrei zum Einsammeln von Trappeneiern.
-Die herbstliche Waldmast des hannoverschen, noch halbwilden Weideschweines geht durch Zucht von Schweineschlägen, die nur in Ställen zu mästen sind, dem Ende zu.
1851    In der Görde wird der letzte Wolf von Förster Weber erlegt.
1861    Das Amt Hümmling zählt noch 72000 Heidschnucken.
1862    Im Hümmling sind noch 80% des Bodens unkultiviert.
1864    Im Reinhardswald steht ein schneeweißer Hirsch.
1866    Beim Lachsfang im Hameln liefert die Weser einen Stör von 133 Pfund.
-Der letzte, Deutschlands altes Jagdbrauchtum hegende, hannoversche Jägerhof endet.
1869    In der Allerniederung kommen Nerze noch regelmäßig vor.
1871 9. Mai Die Flugsanddämpfung im Emslande erhält durch preußische Polizeiverordnung neuen Antrieb; praktische Durchführung durch den Arenbergischen Forstinspektor Clauditz befestigt in sechs Jahren 2422 ha. So werden in der Folge aus den nur 3000ha emsländischen Kümmerwaldes (um 1800) bald 10 000 ha Kulturwald.
1872    Im Becklinger Holze des Forstamtes Walsrode wird ein sehr alter, 45 Kg schwerer Wolfsrüde von 85cm Höhe und 1,64m Länge erlegt.
1873    Die Gemeinde Börger im Hümmling forstet 200 ha Flugsandflächen mit Kiefern auf.
1876    Bienenfresser werden bei Loyerberg (Oldbg.) beobachtet.
1878    In der Oldenburger Marsch wird ein Silberreiher erlegt. Sonst in Afrika beheimatet.
1879    Bei Stolzenau/ Weser fängt man einen Lachs von 42,5 Pfund.
1882    Tausende und aber Tausende von Eichelhähern ziehen an mehreren Tagen über Helgoland hin.
1883    Das Mähnenschaf (Ovis tragelaphus) wird bei Lopshorn in Lippe und später im Teutoburger Wald ausgesetzt; beide Versuche mißlingen.
1884    Masseneinflüge sibirischer Tannenhäher.
        - Mäuseplage im nördlichen Gebiet.
-Der jährliche Herbstzug der Nebelkrähen über Helgoland ist am 21. und 24. Oktober ganz besonders groß. Viele Flüge von 4-5 meilen Länge folgen einander mit jeweils nur kurzen Abständen. Die Breite der einzelnen Flüge geht dabei über Fernrohrsehweite hinaus.
1888    Das Steppenhuhn (Syrrhaptes paradoxus) kommt wieder in Scharen nach Deutschland bis in die Gegend Lüneburg - Stade.
- Im Forstamt Maiburg (Kr. Bersenbrück) wird der letzte dortige Dauerhorst des Schwarzstorches zerstört.
        -Das Reichsvogelschutzgesetz wird erlassen.
1890    Im Spätherbst viele große Trappen bei Hannover.
- Auf den ostfriesischen Inseln ausgesetzte Fasanen vermehren sich so, daß auf Juist alljährlich rd. 500 Hähne erlegt werden.
1893    Die Trüffeljagd erzielt in der Oberförsterei Alfeld in ihren Forsten 1100 Mark Pacht.
1894    Im Wietzenbruch brüten noch 10 -12 Kranichpaare; Wiedehopf ist häufig, Blauracke nicht selten und der Schwarzstorch brütet in mehreren Paaren; außerdem weiden bis zu 2000 Stück Rindvieh in der ursprünglichen Landschaft, wo das Rotwild noch in seiner Urkraft steht.
1895    Im Solling wird der Kolkrabe letztmalig beobachtet.
1897    Wolken von Kriebelmücken quälen 15 Stück Rindvieh bei Löningen i.O. zu Tode; viele andere sind durch Stiche schwer krank.
- In der Feldmark von Käsdorf und bei Triangel werden 10 Paar Morschneehühner erfolglos ausgesetzt.
1899    Das in der Mongolei 1837 in den Dresdner Botanischen Garten eingeführte kleinblütige Springkraut (Impatiens parviflora) brach dort aus. 1899 tritt es bei Bremen massenhaft auf und ist heute eines unserer verbreitetsten Waldunkräuter.
19. Jahrh.      Die nordamerikanische Regenbogenforelle wird bei uns eingeführt.
-Auf der Hoyaer Geest besteht bei Heidelberg eine bedeutende Reiherkolonie, aus der  1892       117 Reiher herausgeschossen wurden.
        - Amseln besiedeln immer mehr unsere Städte.
- In der "Spellschen Dose" (Kr. Lingen) werden zuckende Irrlichter beobachtet.
- Etwa ab 1895 vernichtet die Krebspest fast alle Flußkrebse Niedersachsens außer in der Hase und ihren Zubringern.
-Das Elberger Moor brennt wochenlang. Das Feuer überschreitet den Ems-Vechte-Kanal und erzeugt ausgedehnte Waldbrände.
1903    Die einstige scheue Waldbewohnerin, die Ringeltaube, verliert völlig ihre Stadtscheu und brütet selbst in den Straßenbäumen Hannovers.
        - In der Göhrde setzt man sardinisches und korsisches Muffelwild aus.
1904    Erlaß des Preußischen Wildschongesetzes.
        - Der Harz hat den stärksten Muffelwildbestand Deutschlands.
1909    Die Nonnenraupe schädigt den Karlswald bei Haselünne.
- Der 11 000 Morgen große Eleonorenwald am Hümmling zwischen Vrees, Markhausen und Gehlenberg wird mit 2m hohen und 30 km langen Drahtzaun zu einem mit 150 Stück Rotwild besetzten Gehege umgewandelt.
1910    Die früher häufige Wachtel weicht in dem stets steigendem Maße der neuzeitlichen Verfahren der Unkrautbekämpfung.
1920    Einbürgerungsversuche von schwedischen Auerwild in der Lüneburger Heide mißlingen.
1925    Die Wacholderdrossel breitet sich als Brutvogel bis zur Linie Oldenburg- Osnabrück aus.
1926    Große Hamsterplage in der Feldmark Burgstemmen. Von August bis Oktober werden 1540 Tiere abgeliefert.
1927    1.Juni Wirbelsturm in Emslande; in Lingen werden 500 Häuser zerstört.
        Im Reinhardswald wird ein weißer Hirsch erlegt.
1928/29 Ein ungewöhnlich strenger Winter schädigt mit -32 Grad die Lebewelt schwer. Hundertausende von Wasservögeln frieren auf vereisten Wattflächen fest und verhungern oder ertrinken bei steigendem Wasser; im Harze erliegen 2000 Stück Rotwild unerbittlicher Kälte; hungergeschwächte Wildgänse und Greifvögel kommen in die Dörfer, wo viele Haustiere in den Ställen erfrieren; Ginsterbüsche erfrieren vielerorts und Kartoffeln in den Mieten; der Frost dringt 1,70m tief in den Boden.
        - ein Starker Flug von Großtrappen stößt im Winter bis nach Juist vor.
1931    Die aus Nordamerika Stammende Bisamratte, die 1905 bei Prag ausgesetzt wurde, gelangt erstmals nach Niedersachsen; ein Stück wird bei Celle erschlagen.
1932    Auf Juist führt man Rehwild ein.
1934    Zahlreiche Eulen, Bussarde, Habichte, Rebhühner, Hasen und scharen von Kleinvögeln fallen zur Mäusebekämpfung ausgelegtem Giftweizen und vergifteten Mäusen im ganzen Gebiet zum Opfer.
1936    Rd. 20 ha einer mit alten Wacholdern bestandenen hügeligen Heidefläche westl. d. Ems (Kr. Lingen) werden als "Wachendorfer Wacholderhain" unter Naturschutz gestellt.
- Die Mindestzahl der Seehunde an unserer Küste zwischen Ems und Elbe wird uaf etwa 750 Stück geschätzt.
1938    In diesem Jagdjahr bringt man in Ostfriesland 10300 Kaninchen zur Strecke.
1941 Die Zahl überwinternder nordischer Zwergschwäne nimmt von nun an im
Emsland stark zu. 
        - Ein durch die Jade geschwommener Rehbock wird auf der Mellum erlegt.
- Die Fangstelle für Glasaale in der Ems unterhalb Herbrums wird ausgebaut und liefert dann ganz Deutschland Aalbrut.
ab 1945 Um Schwarzwild erfolgreich von Kartoffeläckern fernzuhalten, wird macherorts in deren Nachbarschaft die vom Wild bevorzugte Knollenfrucht Topinambur angebaut.
        - In Ostfrieland tritt das erste Schwarzwild auf; heute Standwild.
- Die überall in Niedersachsen auftretenden Wildschäden beruhen auf den Jagdwaffenentzug durch die Besatzungsmacht; neben Schäden in der Feldmark treten dadurch auch Schäden im Wald auf.
Im Solling und Bramwald wüted die Schweinepest unter dem Schwarzwild.
1947    In Niedersachsen und Hamburg wird je ein Bsiamjäger angestellt und in Sehnde ein "Landesstelle für Bisamrattenbekämpfung für die britische Besatzungszohne" errichtet.
        - Ein Fuchspaar gelangt im Januar über das vereiste Watt nach langeoog.
- Ein Stück Schwarzwild erreicht nach gewandtem Durchrinnen schnellströmender Priele die Insel langeoog.
1948    Niedersachsens Schwarzwildbestand ist infolge mangelhafter Bejagung auf das Achtfache gestiegen; Im Vorjahr entstand deshalb ein Schaden von 3,5 Mrd. RM.
        - der Girlitz hat sich bis zur Linie Meppen- Nordhorn ausgebreitet.
um 1950 Der Wiedehopf, der vor 100 Jahren in Niedersachsen nicht selten, inzwischen aber so gut wie verschwunden war, wird wieder häufiger beobachtet.
- Im 2500ha großen Herzoglichen Wildpark der Gem. Vrees (Hümmling) äsen 500 Stück Rotwild.
- Etwa 80 % der letztjährigen Storchenbestände sind nicht ins niedersächsische Tiefland zurückgekehrt.
1952    Birkwild ist in den Kr. Lüneburg und Hadeln noch verbreitet; in Oldenburg und Ostfriesland leben 60 bis 70 Stück; während die Kr. Diepholz 270, Stade 300 und Aschendorf-Hümmling noch etwa 600 Stück aufweisen. Moornutzung und -kultur engen den Lebensraum dieser Wildhühner  weiter ein.
        - Jäger erhalten von der Besatzungsbehörde wieder volle Jagdhoheit.
- Ein starkes Rudel Schwarzwild bricht aus den deutsch-hölländischen Grenzwäldern in die Straßen und Häuser des Dorfes Enschede ein und richtet Schaden in den Wohnungen an.

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